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Als bekennender Unidrücker musste ich heute aus organisatorischen Gründen zur Uni und bedachte nicht, in welch Hölle ich mich begebe. Nicht nur normaler Betrieb - der ja schon weißgluttriebend genug.
Neeee, zusätzlich war Orientierungswoche fürs Frischfleisch. Gaaaanz furchtbar, wie alle mit stressgeröteten Gesichtern und panikerfüllten Augen über den Campus hetzen, weil sie die Gebäude nicht kennen und irgendeine hochwichtige Einführungsveranstaltung verpassen. Die sind natürlich gänzlich überflüssig, weil man eh alles was man unbedingt wissen muss aus dem Netz entnehmen kann. Und wie es nunmal so ist, werden einem sehr wichtige (oder auch sehr unwichtige) Dinge ohnehin dreißigmal pro Semester vorgekaut.
Der gemeine Ersti an sich ist ein sehr scheues Exemplar der Gattung Student. Man sieht im an, dass er keine Ahnung hat, wo er ist und wo er hinmuss (hauptsächlich, da er mit offenem Mund Raumnummern angeifert), er traut sich allerdings nicht zu fragen. Heute erst wieder erlebt.
Also, falls ihr zu oben genannter Gattung gehört - keinen Kopp um die Uni machen. Lohnt nich. Echt nich. Und das meine ich nicht zu euch, weil ich fünfzig Tage nicht geduscht habe und stinke und asozial und faul bin, sondern weil ich das mit meinem Durchschnitt, der von unten knapp an der Zwei kratzt, durchaus erlauben kann. Immer bedenken: Einsatz und Ergebnis sollten in einem akzeptalen Verhältnis stehen. Im Zweifelsfall verlasst ihr euch einfach auf Vanilla Ice, er machts vor:

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Hausarbeiten schreiben spielt etwa in einer Unlustliga mit "shopping", tapezieren und Michel Friedmann (Herr Friedmann, es tut mir leid, nix Persönliches, Sie gehen mir nur entsetzlich auf den Sack). Trotzdem muss man ab und an mal ran. So wie grad, Thema: Funktionalität des Brautwerbungsschemas im „König Rother“.
Jo. Wichtig wie Mittel gegen Krebs oder wenigstens AIDS. Aber auch ich freue mich, meinen Teil an der literarischen Ersatzfront zu leisten! Aber wie ihr gewieften Leser wohl schon erkannt habt, kann ich nicht gleichzeitig hier schreiben und ... meine ... Hausarbeit ... Jaja, ich verdränge Arbeit. Es ist aber auch echt zum Kotzen. |
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Angesichts unserer ersten beiden Beiträge wollten wir uns nur mal ganz kurz feiern. Zusammen mit unserem hoffentlich stark anwachsendem Leserkreis.

Ich weiß ja nicht, wies euch geht, aber meinem Empfinden nach kommen wir unserem gestecktem Awesomenesslevel schon ganz gut nahe. Läuft. Also dann - fröhliches Gelingen! |
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Jeder hats mittlerweile vernommen - seine Heiligkeit POTUS empfängt den Friedensnobelpreis. Soso. Keiner der Nobelpreise ist wohl annähernd so umstritten wie derjenige welcher, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.
Zunächst klingt das ein wenig widersprüchlich angesichts der Marschbefehle, die demnächst 34.000 amerikanische Soldaten Richtung Hindukusch in Bewegung setzen werden. Allerdings stehen sich vermehrte militärische Aktivitäten und Friedensverbreitung nicht unbedingt entgegen, sondern bedingen sich leider in den meisten Fällen. Ich sags mal in aller Klarheit: ich bin gegen den Afghanistaneinsatz gewesen, von Beginn an. Durch das oligokratische Medium Sicherheitsrat und das amerikanische Vasallenkonzentrat NATO mit einer Absolution versehen in fremde, souveräne Staaten einzumarschieren ist Ausdruck einer Regierungsmentalität, die ich so nicht gutheißen kann. Dort angekommen kann man dem verletzten Volk nun einige bärtige Ziegenhirten präsentieren, die für den neuen Nationalschmerz verantwortlich sein sollen. BOOYAH - FEINDBILD!
Nachdem man dort also genügend Porzellan zur Ablenkung von anderen Schwierigkeiten zerschlug, nahm man andere Staaten an die Zügel - schließlich hat die NATO den Bündnisfall ausgerufen! Terrorismus ließ sich ja schon früher suuuuper mit militärischen Mitteln bekämpfen. Die anderen Mitgleidsstaaten sorgen nun also mit für Ruhe in Afghanistan. Wir auch. Einiges hat sich also getan, Mädchen dürfen Schulen besuchen, die afghanische Gesellschaft wurde entnazifi ... ähh .... enttalibanisiert, man darf wählen gehen (komisch, wenn mehr Menschen wählen gehen, als regisitriert sind). Andererseits krankt das Land aber weiterhin an viel grundlegenderen Problemen: der Mohnanbau ist noch immer zu profitabel und zwingt Ansässige dazu, Mohn anzubauen, welcher dann exportiert oder vor Ort konsumiert wird. Drogenabhängigkeit ist ein großes Problem in der afgh. Bevölkerung. Viele andere Probleme offenbaren sich unter der zarten Kosmetik der Besatzer: Warlordunwesen, Vigilantismus, Abwensenheit von Rechtsstaatlichkeit ... die Liste ist endlos.
Nachdem ich jetzt ewig ausgeführt habe, warum ich diesen Einsatz rechtswidrig und scheiße finde, nun dazu, warum ich seine Fortführung und Intensivierung als zweckmäßig und notwendig empfinde - wir sind schon vor Ort. Wenn wir jetzt abziehen, in welchem Zustand hinterlassen wir das Land? Wenn schon eine Exit-Strategie, dann bitte eine ausgereifte und bedachte Vorgehensweise. Zu einer erfolgreichen Aufbauhilfe brauchen wir einen radikalen Paradigmenwechsel vor Ort, härteres Vorgesehen gegen Drogenanbau, Entmachtung der Warlords usw. Aber dazu braucht man Kräfte und diese Kräfte kosten Geld (und müssen von irgendwo kommen - merke: man züchte keine Lämmer, wenn man im Krieg Löwen will!). Aber dieser Paradigmenwechsel kommt ja vielleicht noch.
Klar, die öffentliche Stimme sagt: "Was haben wir Afghanistan verloren?" Ich sage: "So wies grad aussieht, unser Gefühl für Verantwortung." Was ist mit den ganzen Stimmen für Sicherheit und Wohlstand fürs afgh. Volk? Dies lässt sich nur unter Sicherheit produzieren. Die amerikanischen Streitkräfte verstärken ihre Präsenz - vielleicht das Zeichen, vielleicht noch einmal die Initiative gegen die Taliban zu ergreifen? Jedenfalls nicht die "Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass"-Mentalität des deutschen Einsatzes.
Insofern sehe ich den Nobelpreis eher als Ansporn und Verweis auf Verantwortung an einen Mann, der mit enormen Altlasten seines Vorgängers zu kämpfen hat, eine Urkunde für 200 Meter an einen Sprinter, von dem man hofft, dass er die 1000 Meter voll macht. |
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So mit O. Nachdem ich die letzen Tage/Wochen/Monate damit verbrachte, mich nach beruflichen Alternativen umzusehen, bin ich genauso schlau wie zuvor. Kein Job für vermeintliche unqualifizierte Bachelornutznießer (Germanistik/Politikwissenschaft).
Begonnen hat diese Suche nach anderen Berufsfelder als dem eigentlich angepeilten Lehramt bereits vor einiger Zeit, als die durch den Beginn des Studiums stimulierte Angst vor schlechten Noten langsam nachließ und die volle Breitseite der universitären Unlust mich erwischt. Und die dafür verantwortliche behinderte Schlampe namens Bürokratie (Merkmale: verkrustete Strukturen und mangelnde Flexibilität) saugte mir schlagartig die Lust an der studentischen Entfaltung aus. Sämtliche Betätigungen, welche man sich als blauäugiger Möchtegern-Akademiker so vorstellt - selbstständiges Denken und Entdecken, wissenschaftliches Arbeiten, spannende und anregende Diskussionen - alles Fehlanzeige. Bedeutet für meineneinen: Bachelor machen, fertig! Wird sich schon was finden, auch ohne Master.
Nun zeigt sich - die breite Arbeitgebermehrheit weiß weder die Wertigkeit des Bachelors noch dessen Inhalte einzuschätzen oder überhaupt zu schätzen. Allen voran die Agentur für (wider) Arbeit, bei denen ich nun aus kleinbürgerlichem Rebellentrotz meinen Termin geschwänzt hab. HA, das haben die nun davon! Nimm das, dreckiges Beamtentum!
Ich bemühe mich weiterhin um irgendeine Beschäftigung, bei welcher ich auch Nutzen aus meinem Studium ziehen kann. Wird aber wohl eng. Jetzt, wo ich all das niederschreibe, nehme ich den Teil mit dem Unverständnis zurück. Einfach nur Zorn. |
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